Küssen: oraler Kontakt zwischen zwei Personen

Interessante Details zum Küssen!

Küssen bezeichnet den oralen Körperkontakt mit einer anderen Person oder einem Liebespartner. (1) Ein Paar beim Küssen

Aus evolutionärer Sicht dient der Kuss dazu, Bindungen aufzubauen oder Zuneigung auszudrücken. Weiterhin kann der Akt des Küssens über das genetische Material des Partners Aufschluss geben, was etwa von Nutzen ist, um die Immunfähigkeit zu testen. (2)

Während des Küssens werden verschiedene Botenstoffe ausgeschüttet, etwa das „Kuschelhormon“ Oxytocin. Erhöht sich der Oxytocingehalt im Blut, wird Stress und Aggressivität abgebaut, und es kommt zu einem Gefühl der Verbundenheit. (3)

Evolutionäre Funktion des Küssens

Der Kuss ist weltweit gesehen weit verbreitet. Diese Tatsache legt die Vermutung nahe, dass das Küssen mehr Funktionen bedient, als nur ein Gefühl der Zuneigung und Nähe zu erzeugen.

So hat die amerikanische Forscherin Sarah Woodley einige Studien ausgewertet, die das Küssen als Test für eine gute Immunfähigkeit des Partners sehen: Gegen welche Krankheiten ein Mensch immun ist, wird von den sogenannten MHC-Genen bestimmt. Diese verschiedenen Gen-Kombinationen ließen sich dann beim Küssen durch den Geschmack- und Geruchssinn beim Partner wahrnehmen. So würde man sich unbewusst mehr zu Personen hingezogen fühlen, welche eine möglichst andersartige Genkombination abdecken. Denn: Je vielschichtiger die Immunität gegenüber Krankheiten an die Nachkommen weitergegeben werden könne, desto höher würde deren Lebenserwartung ausfallen. (2)

Eine weitere Theorie über die Funktion des Küssens liege in der beruhigenden Wirkung. Im Jahre 1960 versuchte der britische Zoologe die Rolle des Kusses durch die Essgewohnheiten von Schimpansen zu begründen.

Unter Menschenaffen war, und ist es heute noch üblich, sich untereinander von Mund zu Mund zu füttern. Im Falle einer Futterknappheit sei es dann für Schimpanseneltern üblich, ihre Kinder durch „Küsse“ auf den Mund, als Zeichen der Fürsorge, zu beruhigen. (2)

Küssen zur hormonellen Bindung

Ein verliebtes Pärchen nach dem KüssenKüssen spielt wohl auch auf hormoneller Ebene eine zentrale Rolle, was die Bindung zwischen Partnern anbelangt. Beim Kuss würde demnach der Botenstoff Oxytocin ausgeschüttet, welcher im allgemeinen Sprachgebrauch auch als „Kuschelhormon“ bezeichnet wird.

Ein erhöhter Oxytocingehalt im Blut sorgt für ein Gefühl der Verbundenheit. Durch die Ausschüttung des Kuschelhormons wird Stress und Aggressivität gedämpft, wobei Empathie und ein Gefühl für Vertrautheit gestärkt wird.

Da bei Paaren nach dem Küssen ein erhöhter Oxytocingehalt im Blut festgestellt werden kann, haben solche Zärtlichkeiten eine stark bindende Wirkung. (3)

Weiterhin haben Studien festgestellt, dass durch das Berühren der Lippen eine regelrechte Gleichschaltung im Gehirn der Partner auftreten kann. Je mehr die Gehirnaktivitäten der Probanden sich anpassten, desto zufriedener seien sie im Nachhinein auch mit dem Küssen gewesen. (4)

Gesellschaftliche Bewertung des Küssens

Ein Paar küsst sich Küssen kann, je nach kulturellem Kontext, unterschiedlich bewertet werden.

Von Land zu Land verschieden kann ein Kuss in der Öffentlichkeit als freundschaftliche Geste bzw. als Zeichen der Wertschätzung, aber auch als sexuelles Element im Rahmen des Vorspiels angesehen werden.

Während in den meisten westlich geprägten Ländern der Kuss zwischen Mann und Frau wenig Aufsehen erregt, stoßen Küsse zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren oft auf Widerstand. So würde beispielsweise das Küssen unter homosexuellen Paaren in der Öffentlichkeit unter Umständen oft mehr mit einem (subjektiv empfundenen) übersteigerten sexuellen Kontext in Verbindung gebracht werden. (1)


Quellenverzeichnis

  1. Wikipedia.de: Kuss, https://de.wikipedia.org/wiki/Kuss, aufgerufen am 30.01.2019
  2. Welt.de: Warum die Evolution den Kuss erfunden hat, https://www.welt.de/wissenschaft/article3216232/Warum-die-Evolution-den-Kuss-erfunden-hat.html, aufgerufen am 30.01.2019
  3. faz.net: Bindungshormon Oxytocin, https://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/oxytocin-wirkung-und-funktion-des-kuschelhormons-13546038.html, aufgerufen am 01.02.2019
  4. mdr.de: Küssen koppelt Gehirne, https://www.mdr.de/nachrichten/vermischtes/kuessen-verbindet-gehirne-100.html, aufgerufen am 01.02.2019

 

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