Erogene Zone: Körperbereich zur Reizung und Steigerung der sexuellen Erregung

Erogene Zone: Körperbereich zur Reizung und Steigerung der sexuellen Erregung

Erogene Zone
Eine spezifische erogene Zone ist z. B. der Venushügel, der hier berührt wird.

Eine Erogene Zone ist ein Körperbereich, der bei bestehender Lust und geeigneter Reizung zur sexuellen Erregung oder deren Steigerung führen kann. Ohne ein bestehendes Verlangen wird die Reizung einer erogenen Zone als unangenehm oder sogar verletzend wahrgenommen. (1) Die Reizung kann durch Streicheln, eine Massage oder den Geschlechtsverkehr erfolgen.

Die Empfindsamkeit der erogenen Zonen ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Außerdem kann sie sich auch mit den gerade vorherrschenden Emotionen und in Abhängigkeit der vorherigen Reizungen verändern. Dennoch lassen sich nach der Wahrscheinlichkeit ihrer Empfänglichkeit einige Körperstellen klar als erogene Zonen benennen. (1)

Die erogenen Zonen lassen sich in zwei Klassen einteilen, nicht spezifische erogene Zonen und spezifische erogene Zonen.

Nicht spezifische erogene Zonen

Pomassage
Die Pomassage ist eine Intimmassage bzw. Erotikmassage

Eine nicht spezifische erogene Zone hat eine durchschnittliche Dichte an Nervenenden und Haarfollikeln (Bereich um die Haarwurzeln herum). Zu den nicht spezifischen erogenen Zonen gehören:

  • die Seiten des Halses
  • das Genick
  • die Achselhöhlen
  • die Arminnenseiten
  • die Seiten des Brustkorbs
  • der Bauch
  • der Rücken (insb.  der Bereich des Kreuzbeins)
  • die Lenden
  • das Gesäß
  • die Schenkel (insb. Oberschenkelinnenseiten)
  • die Füße (insb. Fußsohlen)

Das Streicheln und die Massage der nicht spezifischen erogenen Zonen kann zur Entspannung beitragen und die sexuellen Erregungen wecken bzw. steigern. Die Gefühle werden in der Regel nicht nur durch die Berührungen selbst sondern auch durch die erhöhte Erwartung weiterer Zuwendung hervorgerufen.

Spezifische erogene Zonen

Sex
Sex in der Reiterstellung (Grafik: Seedfeeder)

Spezifische erogene Zonen umfassen Haut- und Schleimhautbereiche mit einer überdurchschnittlich hohen Dichte an Nervenenden sowie Körperbereich über die eine direkte Stimulation empfänglicher innerer Organe des Beckenbereichs möglich ist.

Typisch für spezifische erogene Zonen sind die Schleimhautgrenzen. Das sind die Bereiche, an denen der Übergang von Haut zu Schleimhaut stattfindet. An den Schleimhautgrenzen ist die Nervendichte besonders hoch.

Partner-Massage
Eine Hand gleitet über das Bein einer Frau. Ausschnitt aus dem Cover des Buches Partnermassage von Nicole Bbailey

Im Allgemeinen lösen sie wesentlich stärkere Gefühle als die nicht spezifischen erogenen Zonen aus. Allerdings gibt es von Mensch zu Mensch gravierende Unterschiede, was die Stimulierbarkeit der erogenen Zonen betrifft – nicht jede erogene Zone muss aktiv sein oder starke Erregungen hervorrufen.

Spezifische erogene Zonen bei Frau und Mann

Frau und Mann haben die folgenden spezifischen erogenen Zonen:

Rasierter Anus einer Frau mit einem Teil der Schamlippen. Gut zu erkennen ist die muskulöse Manschette zur Verschließung des Enddarms.
Rasierter Anus einer Frau mit einem Teil der Schamlippen. Gut zu erkennen ist die muskulöse Manschette zur Verschließung des Enddarms.
  • die Haargrenze im Bereich der Stirn
  • die Augenbrauen
  • der Bereich der Augen
  • die Nase und die Innenseite der Nasenflügel
  • der Mund (Lippen, Zunge, Mundwinkel und die gesamte Mundhöhle)
  • die Ohrmuscheln
  • der Bereich von den Fingerbeeren bis zu den Handinnenflächen
  • die Achselhöhlen
  • der Bereich des Damms
  • der Anus

Spezifische erogene Zonen der Frau

Brustmassage
Brustmassage während einer tantrischen Massage (Foto: aus der DVD Yoni- & Lingam-Massage, Busch Production)

Eher bei Frauen als bei Männen finden sich die folgenden spezifischen erogenen Zonen:

  • der Brusthügel
  • die Warzenhöfe
  • die Brustwarzen
yoni-massage
Yoni-Massage bei Kerzenschein (Foto: aus der DVD Yoni- & Lingam-Massage, Busch Production)

Die geschlechtsspezifischen erogenen Zonen der Frau sind die folgenden:

  • der Venushügel mit großen und kleinen Schamlippen
  • die Klitoris (teilweise „C-Punkt“ genannt)
  • im Scheidenvorhof insb. der Bereich der Harnröhrenöffnung (teilweise „U-Punkt“ genannt)

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  • die Gräfenberg-Zone („G-Punkt“ genannt): im Bereich der Scheide in der Scheidenvorderwand der Bereich in der Nähe der oberen Harnröhre
  • der Bereich im Scheidengewölbe in der Nähe des Gebärmutterhalses (teilweise „A-Punkt“ genannt
  • der Muttermund (Portio)

Spezifische erogene Zonen beim Mann

Prostatamassage
Prostatamassage eines jungen Mannes (Foto: aus der Prostatamassage, Busch Production)

Sie spezifischen erogenen Zonen beim Mann sind die folgenden:

  • der Penis (vor allem die mukokutane Grenze der Vorhaut, die innere Vorhaut, das Vorhautbändchen, die Eichel und der Schaft)
  • der Hodensack
  • die Prostata

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Für die Massage der männlichen Geschlechtsteile und der Prostata werden häufig spezielle Gleitmittel auf Silikonbasis eingesetzt.

Stimulationstechniken erogener Zonen

Tantra-Massage
Tantramassage (Foto: Ausschnitt aus dem Cover des Buches Tantra Massage, Kalashatra Govinda)

Erogene Zonen lassen sich auf sehr vielfältige Weise stimulieren:

  • Berührung
  • Streicheln
  • Streichen
  • Küssen

Zur Stimulation können auch Hilfsmittel wie Federn, Massagestäbe, Sexspielzeug usw. verwendet werden. Beim Streichen, einer sehr sanften Massagetechnik, kommt Massageöl zum Einsatz. Für die Stimulation der Geschlechtsteile wird häufig ein Gleitmittel verwendet.

Erogene Zonen und Sexualität

Erotikmassage
Erotikmassage zwischen Mann und Frau

Nicht nur die oben genannten erogenen Zonen (spezifische und nicht spezifische) können zur Steigerung der sexuellen Lust führen. Die gesamte Körperoberfläche kann durch Berührungen, Streicheln und Massieren stimuliert werden. Auch Gedankenspiele, Gefühle der tiefen Verbundenheit und Liebe können die sexuelle Lust anregen.

Es gibt kein allgemeingültiges Rezept für die korrekte Stimulation der erogenen Zonen zur Auslösung oder Steigerung der sexuellen Erregung. Der Grund dafür liegt in der Individualität der Menschen und Situationen, in denen wir uns gerade befinden. So gibt es auch keine erogene Zone – auch nicht G-Punkt, A-Punkt, C-Punkt oder U-Punkt – die stets zum Erfolg führt.

Die Reizung der erogenen Zonen spielt vor allem bei der Ertorikmassage und bei den meisten sexuellen Praktiken eine Rolle, so zum Beispiel der Kuss, der Geschlechtsverkehr, das Petting oder die Masturbation.


Quellenverzeichnis

  1. Wikipedia.org: erogene Zone, abgerufen am 11.10.2012.
MZ

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